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Italien Schweiz 2006 (28.09.06 - 02.10.06) 1.900 km In diesem Jahr sollte mich der Autozug von München Ost nach Rimini transportieren. Ein wahres Schnäppchen! Von München bis Rimini für 53 €. Natürlich nur als Frühbucher! Bei leichtem Regen, wie sollte es auch anders sein, verging die Zeit bis München wie im Fluge. Gleich bei meinem ersten Tankstop auf einem Autohof wurde ich von einem Audifahrer angesprochen, wo es den hingeht. Da ich ausreichend Zeit bis München eingeplant habe, konnte ich bereitwillig alle Fragen über meine kleine Reise und den Burgman beantworten. Nach unserem Gespräch stand fest, dass in der Lebensplanung das Audifahrers was passieren muss. Er verabschiedete sich recht entschlossen von mir und wünschte mir eine schöne Reise. Das Verladen der Maschinen hab ich mir etwas komplizierter vorgestellt wie es war, man konnte sehen, das die Leute das schon öfters getan haben. Ich hatte keinen Zweifel das ich die Burgman unversehrt wieder bekomme. Nach knappe 9 Stunde Reisezeit erreichte ich mein Ziel. ( Frühstück inklusive). Um die Reisekasse zu schonen, entschloss ich mich in diesem Jahr, meine Quartiere auf den hiesigen Zeltplätzen aufzuschlagen. Zelt und Co. sind eine Herausforderung an vorhandenes Packvolumen.
29.09.06 Rimini 8 Uhr, blauer Himmel und los geht`s. Moderne Technik wies mir auf dieser Tour den Weg. Dank meines Bruders, der mir einen Tom Tom zur Verfügung stellte, erreichte ich meine Ziele um ein vielfaches schneller. Bei der Streckenwahl von Rimini nach Florenz, entschied ich mich für die kürzeste. Durch idyllische Dörfer auf besten Nebenstraßen vorbei an schönster Weinberge (es war gerade Erntezeit) führte die Strecke bis Florenz.
Der Wein kurz vor der Ernte Bei bestem Wetter erreichte ich Florenz über den Passo della Consuma schon in den frühen Nachmittagstunden. Auf einem Zeltplatz am Stadtrand von Florenz konnte ich mein Zelt für günstige? 14 € aufstellen. Formalitäten und Zeltaufbau erledigten sich im nu, ich wollte ja so schnell wie möglich ins Zentrum. Der Verkehr und der Lärm dieser Stadt sucht seinesgleichen. Im Stadtzentrum dürfen nur 2 - Räder fahren was mir sehr entgegen kam. Leider hatte ich für Florenz nur einen Tag, was für diese Stadt entschieden zu wenig ist.
Ein schönes Foto ist mir vom "Hannibal Balkon" gelungen. Von diesem Balkon entledigte sich Hannibal Leckter im gleichnamigen Film auf recht uncharmante Weise seines Widersachers.
Die Bühne ist die Straße.
Florenz hat ein Flair, was ich so noch nicht gesehen habe . Bei meinem nächsten Besuch werde ich dieser Stadt mehr Zeit widmen. Am Freitag den 29.09.06 ging die Reise weiter Richtung Mailand. Auch hier wählte ich die kürzeste Verbindung. Und so kam es wie es kommen sollte, hier und da angehalten , dort ein wenig gebummelt und der Tag endete nach 155 km, in der Nähe von Modena. An einem Imbisswagen fragte ich gesättigte Bauarbeiter nach dem nächsten Campingplatz, die verwiesen mich an den Koch. Ich formulierte wiederholt mein Anliegen im knappen Englisch. Der Maestro der weißen Zunft musterte zuerst mein Nummerschild und beantwortete dann meine Frage in perfektem Deutsch. Welch Freude welch Freude. So erfuhr ich das der Maestro sein Studium in Halle an der Saale absolvierte und daher so gut Deutsch sprach. Wir plauderten über sein Ex aus Halle und warum er hier kocht und natürlich über meine Reise. Nach dem ich die Köstlichkeiten des Grills probierte, ging die Fahrt in Richtung Zeltplatz weiter.
Der Zeltplatz lag inmitten einiger Autobahnauffahrten. Hier im rechten Bild kann man sehen wie laut es war, und das für 17 €. Hab wohl 1 - 2 Stunden geschlafen der absolute Horror. Ich hatte 8 Uhr schon alles gepackt und weiter ging es Richtung Mailand. Da sich das Wochenende einläutete ,erledigte ich noch ein paar Einkaufe (Biernot), und besorgte die bestellte Flasche "Aperol" für meine Frau.
Strecke vom Samstag den 30.09.06 ( 230 Kilometer ) Ein kurzer Besuch in der Schinkenstadt.
Das eigentliche Ziel Mailand, musste ich durch meine Bummelei liegen lassen ( sicher ein Verbrechen ), und fuhr weiter bis Como. Ein Zeltplatz war schnell gefunden. Zelt aufgebaut und ab in die City. Stau, Stau und nochmals Stau, überall Autos und suizitgefährtede Rollerfahrer. Als ich die Stadt besuchte, fand gerade eine Demo statt, Gott weis wofür oder wogegen, und eine Hauptverkehrsstraße musste umgeleitet werden. Man glaubt gar nicht wo ortskundige Rollerfahrer überall durchpassen.
Der Dom von Como, besonders die Fassade ist ein wahres Meisterwerk.
Das Wetter zeigte sich in den Nachtstunden das erste mal von seiner unfreundlichen Seite. Gott sei Dank endete das Specktakel in den Morgenstunden. Ich konnte im Trockenen das spartanische Frühstück einnehmen und den Roller packen. Das Wetter wurde mit jeder Stunde besser. Die westliche Uferstraße von ca. 40 Kilometern Richtung Schweiz erinnerte an den Gardasee.
Unmittelbar nach der Schweizer Grenze fiel das Thermometer genau so schnell, wie das Gelände anstieg.
Die Summe von Zeit und schönen Landschaft ergibt wie immer Bummelei. Also bummelte ich vor mich hin und genoss die Fahrt in vollen Zügen. Die Reise ging weiter Richtung St. Moritz, die Stadt der armen Leute. Ein mich überholendes offenes Cabrio älteren Baujahres, gelenkt von silbrigen Herrschaften, riss mich aus meinen Träumen. Eigentlich sah ich nur noch die in Prada gekleideten ausgestreckten Hände, die mir dankten, dass ich so schnell Platz machte. Ein Oldie mit einer Startnummer! Ich zählte zusammen, Schweiz, St. Moritz, unbezahlbare Oldies mit einer Startnummer,…………………….. hier findet ein Rennen statt und ich bin mittendrin. Ich die nächste rechts, Kamera raus und………. vorbei waren sie.
Am Sufner See auf 1400 m war vom Goldenen Herbst nichts mehr zu spüren.
Anfahrt zum Julierpass Abfahrt vom Julierpass Hier die Strecke von Como nach Lenzerheide. Heute mach ich eine Tour, von Como bis Chur, das war der Plan. Da die Tage Anfang Oktober schon 20 Uhr zur Neige gehen und besagte Bummelei auch seinen Teil beitrug, fand der Tag sein Ende in Lenzerheide. Ich fragte den Platzwart, ob ich mir den eine Nacht hier leisten könne, und er lachte schallend. 12 € sind gemessen an italienischen Preisen ein wahres Schnäppchen. Lenzerheide liegt auf auf 1400 Metern, was mir eine fröstelnde Nacht bescherte. 3 Uhr musste ich die dicke Kombi anlegen um über die Nacht zu kommen.
Der Tag begann bei heißem Pulverkaffe und harten Brötchen aus Modena. Heute war leider schon Montag der 02.10.06, und mein kleine Ausflug neigte sich dem Ende entgegen. 9 Uhr ging die Fahrt Richtung Vaduz über Chur weiter . Das Wetter wurde von Kilometer zu Kilometer immer besser. Ein schönes Motiv Blick über Chur
Durch prächtige Weinberge, ( musste gleich gekostet werden) führte die Strecke von Chur nach Vaduz.
Ankunft in Liechtenstein.
Selbst bei aufgelegtem Schmugglerblick, wurde ich auch hier achtlos durchgewinkt
Man könnte meinen dass der liebe Gott die Hände über dieses kleine Fleckchen Erde hält. Bei schönem Wetter lohnt die Auffahrt zum Schloss Vaduz. Eine Einbahnstraße oberhalb des Schlosses führt zu schönen Aussichtspunkten.
In Feldkirch befreite ich einen gegrillten Hahn aus seiner missligen Lage, als ein Österreicher mich auf meinen Roller ansprach. Mit guten 40 fand er kein Gefallen mehr an der unbequemen Sitzposition auf einer Rennmaschine und der 650 er Burgman währe rein optisch genau dass, was er sich so vorstelle. Ein nettes Gespräch von Biker zu Biker vertrieb die Zeit und weiter ging es in Richtung Lindau am Bodensee.
Das Frühstück gab es in der Schweiz, ein Käffchen in Liechtenstein, Mittagessen in Österreich und ein fürstliches Abendmahl in Deutschland. Das Ende meiner kleinen Tour rückte leider in greifbare Nähe. Bad Waldsee wahr das letzte Etappenziel. Der Wetterbericht meldete nichts gutes. Sturmwarnung für den nächsten Tag, Regen ohne Ende und und und....... Später erfuhr ich, dass ein Tornado, 3 km Luftlinie von meinem Wohnort ein Wohngebiet beschädigte. 8 Stunden benötigte ich von Bad Waldsee bis an das Hermsdorfer Kreuz (durchgängig Regen) . 5 unvergessliege Tage endeten schon wieder
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